Lean Innovation: Die Verzahnung des “Was” mit dem “Wie”

Beispiele wie AirBnB zeigen eindrucksvoll, wie neue Unternehmen gleichsam aus dem Nichts kommend einen Markt aufmischen: Nach nur vier Jahren bietet es weltweit online 650’000 Zimmer an. Die Hotelkette Hilton brauchte dafür ganze 93 Jahre.

Warum tun sich etablierte Unternehmen so schwer damit, innovativ zu sein?

Je erfolgreicher ein Unternehmen ist, desto grösser die Gefahr, dass es träge wird und die Innovation vernachlässigt. Solche Unternehmen werden deshalb auch “Fat Cats” genannt. Statt neue Geschäftsfelder zu suchen, zaudern und zögern sie, weil sie befürchten, ihre Cash Cows zu kannibalisieren. Sie überlassen damit das Kannibalisieren der Konkurrenz!

Für das langfristige Überleben ist jedoch essentiell, sowohl das bestehende Geschäftsmodell zu verbessern als auch neue zu suchen. Das ist eine Herausforderung, weil dafür sehr unterschiedliche Fähigkeiten gebraucht werden.

Agile Produkt Entwicklung z.B. mit Scrum befasst sich damit, “Wie” ein Produkt entwickelt wird. Mit einem solchen Vorgehen lassen sich effizienter neue Produkte im Rahmen eines bestehenden Geschäftsmodells entwickeln. Bei diesem Vorgehen weiss der Product Owner bereits, was der Kunde braucht. Zusammen mit dem Team entwickelt er das Produkt diszipliniert schrittweise und verbessert es nach jedem Kundenfeedback ein Stück weiter.

Customer Development hingegen befasst sich mit dem “Was”, also der Innovation, die entwickelt werden soll. Bei echter Innovation ist weder klar, was der Kunde braucht, noch wie das Geschäftsmodell aussieht. Das finden Teams mit Hilfe von kreativen Experimenten heraus, indem sie z.B. die Zahlungsbereitschaft eines Kunden mit Hilfe eines möglichst einfachen Mockup oder Prototypen schon am Anfang testen.

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Lean Innovation kombiniert das “Was” und das “Wie” und setzt damit agile Produktentwicklung voraus. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der engen Verzahnung der beiden Feedbackschleifen des “Was” und “Wie”. Das gelingt jedoch nur, wenn das Produktmarketing und die Entwicklung in einem Team interdisziplinär zusammen arbeiten. General Electric hat in der Produktentwicklung den Lean Innovation Ansatz eingeführt, mit dem Ziel Produkte in der Hälfte der Zeit zur Hälfte der Kosten auf den Markt zu bringen.

Wie das genau in Ihrem speziellen Fall funktioniert, lernen Sie in unserem Lean Innovation Training. Das nächste findet am 09./10. Juli 2015 statt.

Adrian von Orelli

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Was ist passiert, dass General Electric wie ein Startup arbeiten will?

Wie bitte? General Electric (GE), eines der grössten und erfolgreichsten Unternehmen der Welt, will wie ein Startup arbeiten? Meine Überraschung bei der Lektüre dieses Artikels war gross: http://www.bloomberg.com/news/articles/2014-08-07/ge-taps-lean-startup-ideas-for-faster-cheaper-product-rollout

Jeffrey Immelt, CEO von GE, sagte schon vor Jahren, dass der Kampf gegen die Bürokratie seine wichtigste Aufgabe sei. GE ist deshalb daran, das ganze Unternehmen in der Lean Startup Technik von Eric Ries zu trainieren. Ziel: Produkte in der Hälfte der Zeit zur Hälfte der Kosten auf den Markt zu bringen. Bis jetzt wurden 40’000 Mitarbeitende trainiert! Mich beeindruckten, die im Artikel erwähnten Beispiele aus verschiedenen Branchen und deren Kosten- bzw. Zeitersparnisse und bin mir schon am Überlegen, welches davon ich in unser Lean Innovation Training einbaue.

Was halten Sie von Lean Startup Techniken bzw. von den Beispielen bei GE? Was sind Ihre eigenen Erfahrungen? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Fredi Schmidli